Brand News

Starke Marken trotzen dem Brexit – Herausforderung für Developer und Investoren

Nein, nicht alles ist „Brexit“ in 2019, auch wenn es bei der fast pausenlosen Beschallung durch „Breaking News“ und den Szenarien mit hartem, weichem oder gar keinem Brexit fast den Eindruck hat. Die Immobilienmärkte und noch mehr die Werte der Immobilien zeigen sich davon grundsätzlich unbeeindruckt. Klar ist freilich, dass die Schlagzeilen von der Insel nicht nur chaotisch in der Willensbildung bleiben, sondern auch von Tag zu Tag negativer werden. Hier verlagert ein Milliardär seine kaufmännischen Aktivitäten nach Monaco um rund 4 Mrd. € Steuern zu sparen, dort sind 3.500 Arbeitsplätze bei Honda bedroht. Probleme mit den holländischen Tomaten bei Tesco werden prognostiziert, von den LKW-Schlangen an den neuen Zollschranken ganz zu schweigen.

Doch bei sehr nüchterner Betrachtung reagieren die immobilienwirtschaftlichen Marktteilnehmer, seien es Investoren oder Developer, eher gelassen:

Die einen halten Investitionen bis Anfang April zurück (ja, es wird kein gutes Q1 2019 an den europäischen gewerblichen Investmentmärkten – die Volumina sinken), die anderen spekulieren auf einen hohen „Nach-Brexit-Abschlag“, den Investoren & Developer dann bekommen, wenn sich die Luft geklärt hat, inklusive eines attraktiven „land values“. In den Mittelpunkt rücken dabei – quasi als Seismograph der Entwicklung – die sog. Trophy Buildings, also Objekte, welche einen Wert per se definieren, sei es durch Lage, Architektur, Brand oder einfach durch ihren extrem hohen Preis. Nun ist der Preis das, was man bezahlt, der Wert aber – im Sinne der Erwartung – das, was man an einem deutlichen Mehr bekommt. Gerade deshalb kommt der Wertstiftung durch Immobilienmarken in vermeintlich turbulenten Zeiten eine besondere Rolle zu, gelten diese doch als weitgehend wertstabil bzw. weniger volatil.

Im frühlingshaften Cannes lässt sich hier eindrucksvoll erfassen, welche Objekttypologien neben den Portfolios gehandelt werden. Sie ahnen es schon: Es geht um das Spektakuläre, das Zentrale, das Sichtbare, am besten mit Mixed-Use-Charakter. Dabei sollte man die „hidden agenda“ aber durchaus sehen. Neben dem vordergründig Glitzerhaften zeigt sich sehr deutlich die Risikoideologie dieser Investitionsentscheidung. Maximale Risikoreduktion scheint aktuell das Mantra zu sein, manifestiert in „brick & mortar brand values“. Wenn es sich dabei um einen Seismographen handelt, dann umso besser. Wir werden spätestens Mitte April sehen, wohin die Werte am britischen bzw. Londoner Immobilienmarkt gehen: nach oben aufgrund der neuen positiven Risikoeinschätzung oder eher seitwärts, also stagnierend. Wenn in dieser Aufzählung jetzt das Abwärtsszenario fehlt, dann liegt es daran, dass dieses aktuell nicht zwangsweise erwartet wird. Ein unmittelbarer Dip – umgangssprachlich für einen leichten Wertrückgang – löst einen neuen Nachfrage-Schock aus. Nach dem Motto: „Jetzt ist ein kleines Zeitfenster für Investitionen.“ Sie sehen also: Es sind vordergründig turbulente Zeiten um die MIPIM 2019 herum. Doch die Erfahrungen aus der Vergangenheit „vor Lehman“ zeigen eines: Hohe Werte von außergewöhnlichen Objekten in den innerstädtischen Bürozonen können konjunkturabhängig immer schwanken. Doch die Wertverluste halten sich in Grenzen. Gerade aufgrund des hohen Wertversprechens dieser Brands.

Dr. Thomas Beyerle

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