Brand News

Mega- und Metatrends der Immobilienbranche

Welche Leitthemen hat die schwere gesellschaftliche und wirtschaftliche Krise seit Frühjahr 2020 in der Immobilienwelt zutage gefördert? Woran müssen Unternehmen arbeiten, um die Gegenwart zu meistern und für die Zukunft fit zu sein? Ein Blick auf die Metatrends Resilienz, ESG und Employer Branding.

Seit mehr als eineinhalb Jahren ist die Corona-Pandemie weltweit das beherrschende Thema. Im medialen Vordergrund steht zumeist das Thema des Kampfes gegen die unmittelbaren gesundheitlichen Folgen des Virus. Eine große Beachtung wird ebenso ökonomischen Problemstellungen zuteil. Das betrifft in hohem Ausmaß die Bau- & Immobilienwirtschaft, die zu einem erheblichen Teil zur Stärke und zum Wachstum der Wirtschaft beiträgt und die Gesellschaft mit Lebens- und Arbeitsräumen versorgt. Dies lässt sich am Beispiel Europas mit Eurostat-Zahlen belegen: So erwirtschaftet die Immobilien- und Baubranche rund 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der EU und vereinigt dabei mehr als 25 Prozent aller Unternehmen sowie etwa 10 Prozent aller Beschäftigten auf sich.

Eine Frage der Resilienz

„Wenn eine Krise wie die Pandemie die Vulnerabilität und Fragilität des globalen Wirtschaftssystems zutage fördert und wenn man um die Bedeutung und Betroffenheit der Immobranche weiß, dann muss man die zentrale Frage nach den Faktoren der Krisenfestigkeit stellen. Und zwar nicht nur in Bezug auf die aktuelle Krise, sondern generell und zukunftsbezogen“, sagt Harald Steiner, Gründer und CEO des Berliner REB Institutes, Plattform für Markenführung und Unternehmensentwicklung für die europäische Immobilienwirtschaft. „Disruption meets Resilience“ war in diesem Sinne im heurigen Jahr das Motto der alljährlichen Real Estate Brand Value Study des REB Instituts. Wissenschaftlich evaluiert wurde dabei der Faktor Resilienz und sein Einfluss auf Real Estate Brands. „Die Phase der Instabilität und Unsicherheit verlangt nach der Qualität der Resilienz. Verstanden wird darunter die Fähigkeit, schwierige Situationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen und zugleich die Krisenbewältigung als Anlass für Entwicklungen zu nutzen“, so Steiner. Wer sich als resilient erweisen will, brauche Ressourcen und eine Bewältigungsstrategie – und wer letztere noch nicht hat, dem bietet laut Steiner die aktuelle Krise eine unbezahlbare Chance, sie für die Zukunft zu entwickeln: „Unsere Studien haben klar gezeigt, dass Unternehmen im Vorteil sind, die bereit und flexibel genug waren, Geschäftsmodelle zu adaptieren bzw. neu zu definieren. Sie steigern mit der Neupositionierung in einer sich verändernden Welt den Wert ihrer Marke. Und sie begründen damit den Ertrag von morgen.“ More of the same reiche nicht mehr aus, wachsame proaktive Strategien erweisen sich definitiv als erfolgreicher denn abwartende Vogel-Strauß Kalküle.

ESG – die neue Nachhaltigkeit

Massive Umbrüche und Anpassungen an gänzlich neue Rahmenbedingungen sind laut einhelliger Expertenmeinung auch zu erwarten, wenn die Rede von der nächsten globalen Krise ist, der Klimakrise. Und  wieder steht die Bau- und Immobilienwirtschaft, die laut Eurostat für bis zu 35 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich zeichnet, im Fokus. „Was früher etwas schwammig als Nachhaltigkeit bezeichnet wurde, hört heute auf den viel präziser bestimmbaren Begriff von Environmental Social Governance, kurz ESG“, so Steiner, der profunde Umwälzungen prophezeit. Die nahe Zukunft werde einen belastbaren und marktfähigen Branchenstandard zur Messung der Nachhaltigkeitsperformance von Immobilien und Portfolios bringen.  Wenn umweltfreundliche Leistungen messbar und vergleichbar werden, erhöht sich der Druck auf Unternehmen, ihrem Handeln einen mit Zahlen nachweisbaren ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert zu verliehen. Bereits jetzt zeigt sich am Finanzmarkt, dass Unternehmen ohne glaubhaft implementierte ESG-Strategie das Nachsehen haben, wenn Investorengelder verteilt werden.

Fokus auf Employer Branding

Als drittes zentrales Leitthema der Branche bezeichnet der CEO des REB Instituts den weiten Bereich des Employer Brandings: „Aus unseren aktuellen Studien geht hervor, dass die Stärkung der Arbeitgebermarke für Immobilienunternehmen ein höchst relevantes Themenfeld darstellt, das in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Selbstbeurteilung ist laut unseren Untersuchungen durchaus selbstkritisch.“ So schätzen Immobilienunternehmen den Erfolg ihre Markenbildung als attraktiver Arbeitgeber nur als befriedigend ein. Defizite in der Strategie werden insbesondere in der fehlenden Berücksichtigung der externen Perspektive verortet. Das Controlling der Maßnahmen stellt aus Sicht der befragten Immobilienunternehmen mit einem nur befriedigenden bis ausreichenden Niveau die am wenigsten professionell umgesetzte Facette einer gesamtheitlichen Vorgangsweise dar. Die Conclusio aus Sicht der Studienautoren: „In Anbetracht des sich verschärfenden Wettbewerbs um die besten Arbeitnehmer sind die Immobilienunternehmen gefordert, sich als Arbeitgebermarke noch besser aufstellen. Das ist in Bezug auf dem künftigen Erfolg am Markt eine Frage von strategischer Bedeutung.“

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