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Vavrovsky Heine Marth

Neue Qualität der Rechtsberatung

Wie beeinflusst die Pandemie den Immobilienmarkt und wie verändert sie die beratende, anwaltliche Tätigkeit? Im Interview: Immobilienrechtsexperte Christian Marth, Partner bei Vavrovsky Heine Marth Rechtsanwälte.

Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die unterschiedlichen Assetklassen? Wie reagieren die Investoren?

Ganz generell verzeichnen wir aktuell ein überraschend hohes Volumen an Transaktionen und eine große Investitionsbereitschaft. Einen wahren Run gibt es auf die Assetklasse Wohnen, die mehr denn je als sicherer Hafen gilt. Die Marktunsicherheit der letzten Monate hat dazu geführt, dass institutionelle Investoren mit hoher Liquidität ausgestattet sind und die aktuelle Situation durchaus als Chance für Investments sehen. Vor allem Wohnungsmiet-Objekte sind sehr begehrt, Forward Purchase-/Forward Funding-Deals stehen an der Tagesordnung. Das Ausmaß der Gesamtinvestments in Mietwohnungen wirft natürlich auch Fragen auf. Wie werden sich die Mietzinse entwickeln? Welche Auswirkungen sind auf den Wohnungseigentumsmarkt zu erwarten?

Neben Residential zählt auch die Logistik-Sparte zu den Gewinnern der Pandemie. In der Office-Klasse ist die anfängliche Zurückhaltung mittlerweile ebenfalls einer Zuversicht gewichen. Es kommt wieder zu Transaktionen.

Differenzierter zu betrachten ist die Lage bei Hotels. Da hieß es aufgrund der unsicheren Marktprognosen vor einigen Monaten noch: Finger weg. Mittlerweile haben wir aber einige aussichtsreiche Transaktionen am Tisch und man erkennt wieder das Potential in diesem Segment. Wenn man es sich leisten kann und will, ist die Kaufgelegenheit aktuell durchaus attraktiv.

Eher schwierig präsentiert sich die Situation bei Einzelhandels-Immobilien. Der Markt ist von anhaltender Unsicherheit geprägt, etwa bezüglich der Regelung bei Themen wie Mietzinsreduktionen und-stundungen.

Welche konkreten Fragen und Problemstellungen hat die Krise bei Transaktionen neu in den Vordergrund gerückt?

Da gibt es vor allem im Forward Bereich einige. Etwa, wer trägt die Mehrkosten in Anbetracht gestiegener Rohstoffpreise und Lieferverzögerungen? Wie werden Pönalzahlungen geregelt? Das alles schlägt sich in den Transaktionsverhandlungen und Vertragsgestaltungen nieder. Allgemein kann man sagen, der Blick ist kritischer geworden, die Fragen der Risikozuteilung sind detaillierter zu analysieren und unsere Aufgabe als vorausschauende Konfliktmanager hat an Bedeutung gewonnen. Dazu kommen für alle Beteiligten grundsätzliche Gedanken, wie man auf die neuen Marktbedingungen reagieren soll. Ein Beispiel aus dem Office-Bereich: Wenn künftig ein Tag Homeoffice pro Woche zur Normalität wird, dann könnten ja bei der künftigen Nutzung von Büroflächen durchaus auch Flächen eingespart oder anders genutzt werden.

Wie hat sich die anwaltliche und beratende Tätigkeit im letzten Jahr verändert?

Die Pandemie hat einen enormen Digitalisierungsschub gebracht. Was früher persönlich und von Angesicht zu Angesicht besprochen wurde, wird derzeit großteils per Videomeetings abgehandelt. Das verändert Gesprächsmuster und macht Beratungsgespräche und Vertragsverhandlungen komplexer. Wir haben uns natürlich darauf ein- und umgestellt, sowohl Kanzlei-intern als auch im Kontakt mit den Mandantinnen und Mandanten. Die jüngste Erfahrung zeigt, dass die Dinge zwar anders laufen, aber die Qualität gleich hoch ist.

Christian Marth ist Partner bei Vavrovsky Heine Marth Rechtsanwälte. Der international ausgezeichnete Immobilienrechtsexperte ist auf nationale und grenzüberschreitende Immobilientransaktionen sowie auf die Beratung nationaler und internationaler Immobilienfonds spezialisiert. Dass er immer am Ball bleibt, beweist der passionierte Hobby-Fußballer regelmäßig auch in seiner Freizeit.

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