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Berlin Hyp AG

Wie können Banken in der Transformation Hebelwirkung entfalten?

Der Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft geht mit einem gewaltigen Finanzierungsbedarf einher. Der „Green Deal“ der EU-Kommission beläuft sich auf ein Volumen von einer Billion Euro bis zum Jahr 2030 und um für die Europäische Union die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen, sind weitere gigantische Summen zu mobilisieren. Für das laufende Jahrzehnt schätzt die EU-Kommission den gesamten Investitionsbedarf auf 350 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Summe kann nicht allein von der öffentlichen Hand getragen werden, hier ist auch die Finanzwirtschaft gefragt.

Aber wie können Finanzunternehmen und Banken die Transformation stützen?

Neben der Bereitstellung von Kapital ist ihre Expertise in der Analyse, Bewertung und Steuerung von Risiken ebenso wichtig. Denn der Klimawandel und weitere ökologische Herausforderungen verändern die Risikoposition von Immobilien. Für die Immobilienbranche, als eine der Haupt-Co2-Emittenten, ist klimaschonendes Wirtschaften deshalb überlebenswichtig und die Entwicklungen werden die Geschäftsgrundlage vieler Akteure direkt beeinflussen. Bewusstsein, Bereitschaft, Nachfrage und finanzielle Mittel sind also vorhanden.

Mit der Taxonomie für „grüne Investitionen“ hat die EU-Kommission bereits eine wichtige Grundlage zur Eingruppierung und Bewertung geschaffen. Die größte Herausforderung liegt aber vor allem in der Verfügbarkeit geeigneter Daten. So lässt sich der ökologische Fußabdruck einer Immobilienfinanzierung heute in den meisten Fällen immer noch nur näherungsweise bestimmen. Es fehlt an einer verlässlichen Datenbasis. Mithilfe geeigneter Modelle und Berechnungsverfahren lässt sich allerdings die Zeit überbrücken, bis eine volle Datentransparenz gewährleistet ist.

Die Berlin Hyp wird voraussichtlich ab 2023 eine vollständige Transparenz über den Co2-Abdruck ihres gesamten Kreditportfolios erreichen, das schafft die Voraussetzung, portfoliobezogene Klimaziele in die Gesamtbanksteuerung zu integrieren und nachzuhalten. Bei der Berlin Hyp sollen so 2030 die Co2-Emissionen des Gesamtportfolios um 40 Prozent niedriger liegen als im Basisjahr 2020.

Der Weg zu einer echten „grünen“ Wirtschaft ist noch lang. Gerade wenn es darum geht, politische und gesellschaftliche Ziele in die wirtschaftliche Praxis zu überführen, sind Banken ein unerlässlicher Hebel für die Transmission. Je besser alle Akteure zusammenarbeiten, desto stärker profitieren nicht nur Umwelt und Gesellschaft, sondern am Ende auch sie selbst.

Sascha Klaus

Vorstandsvorsitzender Berlin Hyp AG